Scheitern KI-Projekte öfter als gedacht? Wir sagen: Ja. Unsere Recherchen zeigen, dass
viele Unternehmen technische Lösungen kaufen, bevor sie das Problem verstehen. Ein Fall:
Ein Industrieunternehmen setzt auf ein Automatisierungssystem für die
Qualitätssicherung. Die Idee: Weniger Fehler, geringerer Kontrollaufwand. Das Ergebnis?
Das System erkennt Abweichungen, aber niemand weiß, wie man die Ergebnisse nutzt. Die
Produktion läuft weiter wie zuvor. Kosten sind gestiegen, der Nutzen bleibt
unsichtbar.
Unser Team arbeitet nach der Devise: Erst Hypothesen prüfen, dann
Systeme testen. Zu viele Projekte starten mit Erwartungen an eine „KI“, ohne dass die
Abläufe analysiert wurden. Ein Beispiel aus dem Handel: Ein Modell sollte Preisaktionen
automatisieren. Doch das System bewertete Aktionen nach historischen Daten – und
ignorierte Feiertagseffekte. Am Ende mussten Mitarbeitende manuell nachsteuern. Der
Automatisierungseffekt blieb aus.
Was lernen wir? Technik ersetzt keine
Prozessanalyse. Jedes System braucht Zielvorgaben. Ohne Klarheit entsteht Aufwand, nicht
Effizienz. Wir dokumentieren, wo Erwartungen und Ergebnisse auseinanderdriften. Wer
Automatisierung plant, sollte zuerst verstehen, was genau verbessert werden muss – nicht
nur, was technisch möglich ist.
Wer übernimmt Verantwortung, wenn ein KI-Projekt floppt? Wir sehen oft: Die IT-Abteilung
wird verantwortlich gemacht, obwohl die Ursachen tiefer liegen. In einer
Versicherungsfirma wurde ein automatisiertes Schadensmodell eingeführt. Das Ziel:
Schnellere Bearbeitung. Die Folge: Beschwerden von Kunden, weil Einzelfälle durchs
Raster fielen. Das Modell war nicht auf Sonderfälle trainiert. Die IT wurde kritisiert,
doch das Problem lag in der fehlenden Abstimmung mit den Fachabteilungen.
Unsere
Methode: Alle Beteiligten müssen Annahmen und Ziele gemeinsam festlegen. Ohne Einbindung
der Praxis bleiben Projekte an der Oberfläche. In einem anderen Fall prüfte ein
Mittelständler jede Regel im System. Ergebnis: Die Einführung verzögerte sich, aber es
wurden viele Fehlerquellen gefunden. Am Ende funktionierte das System – mit klaren
Grenzen. Wir setzen darauf, dass Teams frühzeitig kritisch hinterfragen. Nicht alles,
was technisch möglich ist, ist auch praktisch sinnvoll.
Was bleibt nach einer gescheiterten Einführung? Unser Team zieht Bilanz: Die teuersten
Fehler entstehen durch fehlende Kommunikation und unklare Ziele. Automatisierung lohnt
sich nur, wenn sie den Alltag vereinfacht. Wir dokumentieren nicht nur funktionierende
Modelle, sondern auch Fehlversuche. Ein Fall: Eine Spedition testete ein automatisiertes
Tourenplanungssystem. Die Einführung dauerte Monate. Nach dem Rollout wurde das Tool
selten genutzt, weil Fahrpläne in der Realität flexibler sind als die Software
zulässt.
Unser Vorschlag: Unternehmen sollten regelmäßig prüfen, wo
Automatisierung wirklich hilft – und wo nicht. Wir hinterfragen jeden Anwendungsfall.
Wer sich für Technik entscheidet, sollte vorher Klarheit über Prozesse und Ziele haben.
Fragen bleiben: Was soll automatisiert werden, warum und mit welchem Ergebnis? Wer
darauf keine Antwort findet, sollte Systeme kritisch prüfen.